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 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


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Die Kapverden sind bei den Seglern als anspruchvolles Revier bekannt. Hier bläst ständig ein strammer Nord bis Nord –Ostpassat, der die See ganz unanständig aufwiegeln kann. Auf den Ankerplätzen die generell wenig geschützt sind geht es dementsprechend rollig bis ungemütlich hin und her, und die unvorhersehbaren Fallwinde von den Bergen herunter können schon mal Sturmstärke erreichen.

Unser Abschiedsessen bei Henny, zusammen mit der Besatzung von drei andern ankerliegenden Paaren aus Deutschland, Dänemark und Österreich fand bei solchen Verhältnissen ein jähes Ende. Wir waren beinahe fertig mit dem leckern Schlemmern als ein in der Bucht ausharrender Franzose anrief und unserem Gastgeber mitteilte eines der Boote wäre auf Slip gegangen und auf die See hinaus getrieben worden. In der Folge war da kein Platz mehr für Dessert und Kaffee, der Abschied, eine Sache von wenigen Worten zwischen Tür und Angel.

In Gruppen von zwei eilten alle um Fassung bemüht und keine Blösse zeigend zum Hafen. Die Diskussion über die Haltekraft eines jeden Ankers, die nach dem Einsetzen des Schepperns der Dachziegel über der Gaststube anfing, klingt jetzt wie Hohn in den Ohren. Jeder der dahineilenden  wird gehofft haben, dass nicht sein Anker und sein System versagt haben möge. Es ist wie es sein muss! Jeder der da herumschippert glaubt an sein Geschirr und ist von seinem System überzeugt; alles andere wäre schlechte Seemannschaft. So ruderte ich, nach dem der Motor unseres Beibootes abstarb (mangels nicht geöffneter Luftzufuhr!) viel zu weit hinaus, bis sich das Helle in der Dunkelheit als der Katamaran des Dänen abzeichnete, dessen Anker sich nach 300m glücklicherweise wieder eingegraben hatte. Wir alle hatten  Glück, dass nichts beschädigt wurde, denn der Katamaran driftete durch das ganze Ankerfeld, an unseren Booten vorbei. Am Morgen darauf lichteten wir um 08:30 den Anker. Es war schön hier gewesen zu sein, aber es ist Zeit für Afrika!

Seit gestern sind wir wieder im Wasser, genau 4 Wochen nach unserer Ankunft am Dienstagmorgen um 04:00 vor dem Ankerfeld des CVD (Cercle de la Voile de Dakar). Die Überfahrt war sehr ungemütlich. Der Unterschied vom <wahren Wind>, bei der Planung durch die Prognosen bekannt, und dem <scheinbaren Wind> auf der Fahrt erfahrenem, wurde uns eindrucksvoll demonstriert. Anstelle des schnellen halben Winds, waren uns unangenehme 45-60° am Wind beschieden, was einmal mehr viel grünes Wasser über Deck und durch leckende Fenster  und Luken bedeutete. Mit Genugtuung stellen wir aber fest, dass die Art des Reisens uns nicht mehr fremd ist, und uns auch nicht mehr ungebührend beeindruckt! Im Gegenteil, wir sind fähig, lichte Momente zu geniessen und Ungemach geduldig zu ertragen. Haben wir etwa erkannt, dass alles eine Frage der Zeit ist, und nichts ewig dauert?

Die Abenddämmerung hat uns umgeben bevor Dakar für uns aus dem Dunst stieg, dafür zeigte ihr Lichtschein, mit zunehmender Nacht immer deutlicher unsere Ankunft.

Landausflug

Seit in Las Palmas ein Taucher unser Unterwasserschiff gereinigt hat, sind wir informiert darüber, dass der bewuchsverhindernde Farbanstrich seinen Dienst eingestellt hat, und erneuert werden muss. Für uns heisst das, dass wir mit der Budlup bei der nächst besten Möglichkeit aus dem Wasser müssen um diese Arbeit in Angriff zu nehmen. Dieter und Astrid von der Windlise haben dieses Gebiet schon zweimal besegelt und kennen sich in allen Belangen, die Segler interessieren gut aus. Sie haben uns geraten dies hier in Dakar zu machen, viele Vorteile sprächen dafür, wie gute Hilfskräfte und günstige Konditionen. Wie geplant, so ausgeführt. Vor drei Wochen haben wir beim ADP, dem Nachbarverein einen Termin zum Slipen erhalten. Wir suchten uns zwei tüchtige Hilfen, die seit Jahren in diesen Vereinen tätig sind und die anfallenden Arbeiten bestens kennen, aus und stellten sie zum Taglohn ein. Alles Weitere war Routine und verlief reibungslos.

 

 

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