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 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


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Für zwei Jahre war Christoph Präsident des CVD (Cercle de Voilier de Dakar). In der Zeit danach baute er für sich, seine Frau und das neugeborene Töchterchen ein Haus nahe Djifere. Während der Saison unternimmt er mit Feriengästen bis14 tägige Trips auf seiner 16m Yacht durch das Mangrovendelta des Saloum’s. Ein profunder Kenner dieses Gebiets. Seinen Erklärungen entnehmen wir, dass wir da einfach hinfahren müssen. Es gibt da nicht viele Probleme mit zwei Metern Tiefgang, ausser da, und da, u…Hier hat es bestimmt zu wenig Wasser und da auch etc. Er zeichnet alles Gesagte in unseren Plan ein und ergänzt mit Zeichnungen am Rande, was auf der Karte nicht zu sehen ist. Zum Abschied ermahnt er uns noch, die Reise immer bei Flut vor Hochwasser zu beenden. Da hat man gute Chance, sollte man auflaufen, mit der Restflut noch wieder frei zu kommen, ansonsten die nächsten ca.

12 Std. sehr ungemütlich werden könnten. Noch am Abend packen wir alles zusammen, und zurren das Beiboot vor dem Mast auf den Bauch. Wir hatten keine Eile, denn um10:00Uhr war 2 Std. vor Niedrigwasser dazu kommen dann die 6 Std. Flut und somit resultieren 8 Std. Zeit um unseren nächsten Ankerplatz zu finden.

Anfangs ist der Fluss noch gross und breit. Die auf der Karte und im Pilotbuch bezeichneten Bojen sind jedoch unauffindbar. Sie sollten den Ozeandampfern die gelegentlich den Saloum bis hinauf nach Koalak befahren den Weg zeigen. Hier auf dem Hauptstrom stimmt das Navigationssystem mit den elektronischen Seekarten auffallend genau mit unseren Beobachtungen überein! Vielleicht ist das der Grund wieso die Bojen überflüssig geworden sind.

Marigot Hasentot

Unser Weg trennt sich nach vier Stunden vom Hauptfahrwasser, wir wollen in den Marigot de Sangako. Die Einfahrt ist von Stephan auf unserer Karte nicht gekennzeichnet, aber wir sind noch nicht da und schon haben wir Schwierigkeiten! Monikas lakonische Feststellung: „ Wir machen keine Fahrt mehr.“ Meinte wohl, wir stecken im Schiit! Nicht jetzt schon, bis zum Abzweiger in den Marigot ist es noch mindestens eine Meile! Ich habe zu früh backbord gehalten wies scheint, Monikas Fix liegt ca. 30 -40m mehr voraus in Flussrichtung.

Nicht leicht in dieser Wasserfläche die Wasserrinne mit durchschnittlich 4m Wassertiefe zu finden und zu halten! Es geht nicht nur gerade aus, es geht links, dann plötzlich ein paar Meter nach rechts, wenige Minuten später noch etwas mehr rechts um dann tendenziell wieder eher links zu halten. Vor der Einfahrt, mit Einsicht in den Marigot zeigt uns das Echolot fast unvermittelt 14m Wassertiefe an. Das Pilotbuch gibt uns hier in dieser Kuhle einen Wegepunkt und genau an diesem Punkt, Zufall oder nicht treibt ein verankerter gelber Plastikkanister. Von hier aus soll man in die Mitte des Kanals halten, aber noch ehe das Echolot 2m anzeigen kann fühle ich wie der harte Sand uns anhebt! Rückwerts komme ich von da aber gut wieder runter und drehe zurück zur gelben Boje. Vielleicht mehr  backbord? Nein, nein, nein! Diesmal sehe ich es kommen, 5/4/3/Stoooopp, etwas zurück, abdrehen und an den Ausgangspunkt, gelbe Boje zurück. Wenn schon dann steuerbord, aber wie viel Steuerbord?

Phu, wenn das so weiter geht werden wir bestimmt geschafft! Dramatisch schwindet mein Selbstvertrauen, und als wir den Mangroven schon fast die Hand schütteln können fand ich endlich 4m und auf denen schlichen wir über die Barre in den Marigot de Sangako. Ab jetzt gilt, ein Lächeln auf 5m, Stirnrunzeln auf 4m und Aktion auf 3m. Der Computer kann abgedreht werden, denn hier stimmt so wie so nichts mehr, dafür beugt sich Monika über die Karte mit dem Pilothandbuch zur Rechten und das Echolot behallte ich im Auge!

Ankern kann man hier überall, man braucht nur genügend Platz zum Schwoien. Starkwind fällt vom östlichen Quadranten ein und der Strom setzt der Gezeit entsprechend ~6 Std. von der einen und dann ~6 Std. von der anderen Seite der Flussrichtung. Über zu wenig Abwechslung kann man sich also nicht beklagen und das soll tunlichst bei der Ankerplatzwahl berücksichtig werden. Ein Erwachen in den Mangroven sei hier keine Seltenheit! Aber eben, wirklich ruhig und sicher liegt man nur wo der Wind keinen Raum hat um eine See aufzubauen.

Wir sind keine Ankerriesen und haben bis anhin wenig Erfahrung in diesem, nebst Segeln wohl wichtigsten Metier der Seemannschaft! Wir besitzen noch wenig Vertrauen in uns und unser Ankergeschirr aber wir erkennen hier den wahren Lehrmeister.

 

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