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 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


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Wasserpass

Gemäss Anweisung eines Ortskundigen Vereinskameraden hielten wir aus 6 Sm Entfernung in 45° auf das einzige zweigeschossige Gebäude in Djifere, auf die zu umrundende Landzunge zu. In weniger als 100m zum Strand trafen wir wie prognostiziert auf die Wasserrinne mit mehr als 5m Tiefe, der wir der Küste entlang folgen sollten. Erst 300m nach passierter Landzunge müssen wir 90° abdrehen und über die Barre in den Fluss Saloum einfahren. Die Instruktionen befolgten wir genau und waren deshalb sehr erstaunt und geschockt als wir an seichtester Stelle nicht mehr als 20cm Wasser unter dem Kiel massen. Wie konnte uns Stefan bloss hier durch lotsen? Er wusste doch, dass wir 2m Tiefgang haben! Was er aber nicht wissen konnte war, dass wir eine ruhige See haben würden und exakt bei Hochwasser und bei Springtide passieren würden! Von Alain, einem anderen Franzosen, haben wir 14 Tage später erfahren, dass er erfolglos an eben dieser Stelle in knietiefem Wasser watend einen Pass gesucht hat. Er hatte die Zeit und die Musse, weil er, nicht weit von dieser Stelle entfernt, mit nur 80cm Tiefgang stecken blieb! Hatten wir einen aufmerksamen Schutzengel? Oder haben wir ganz einfach Glück gehabt? Im Nachhinein denke ich, es muss beides gewesen sein.

An geschützter Stelle unweit des Capes haben wir um 09:00 Uhr den Anker in den Fluss fallen lassen und fingen an unser Dingi aufzubauen. Wir wollten an Land und Christoph in seinem Haus aufsuchen, damit er uns den Weg durch die Mangroven des Saloum- Deltas erklären könnte. Wir wussten noch nicht, dass es noch drei weitere Tage dauern wird bis wir ihm endlich begegneten! Wir realisierten an jedem erfolglosen Tag eine andere Exkursion und als wir ihm endlich gegenüber standen, hat es sich für uns wirklich gelohnt auf Christoph zu warten. Einen unvergesslichen Ausflug ganz besonderer Art erlebten wir auf einer grossen Fischerpirogue, die eben ihren Hochseefang in Djifere gelöscht hatte! Auf dem Heimweg nach Dionouar nahmen uns die Fischer in ihrem Boot mit.  Das Dorf ist auf Grund der Grösse ihrer Mosche einzigartig in Westafrika und ist gleichzeitig Heimatort des letzten senegalesischen Präsidenten. Dionouar liegt ein paar Meilen Fluss abwärts auf der anderen Seite Djifere’s. Weil der Wind günstig blies, hissten die Fischer das Segel und so gelangten wir ganz unverhofft in den Genuss uralter Segeltechnik. In die Stille des Segelns drang die Aufforderung zum Essen. Gemeinsam mit den Fischern durften wir aus einer grossen Schüsseln Reis garniert mit Fisch essen. Unsere Gastgeber bedienten sich dabei mit der Hand und da sie vermuteten, wir wären in dieser Technik ungeübt, boten sie uns selbstverständlich je einen Löffel an. In der Tat waren wir ihnen dafür ebenso dankbar wie für den Einblick in die Jahrhunderte alten Sitten und Bräuche.

 

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