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 SY "BUDLUP"

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Auszug aus Dakar

Ausrüsten mit Proviant, mit einigen der hier noch erhältlichen französischen Köstlichkeiten, sowie das Warten auf ein geeignetes Wetterfenster hat uns zwei weitere Woche zu Gästen Dakars gemacht. Morgen passt’s,  wir wollen am Abend starten und die Nacht über zur Saloummündung hinunter segeln. Wir sollten beizeiten da sein, so dass wir in den frühen Morgenstunden, bei Hochwasser über die Barre in den Fluss einlaufen können.

Immer wieder mussten wir erleben, wie lieb gewonnene Freunde eines Tages, ohne Adieu aus dem Ankerfeld verschwunden sind, und immer wieder nahm ich es persönlich. Wir machen das besser! Wir verabschiedeten uns ausgiebig von allen Segelkameraden, und mit gar manchem genehmigte ich einen Abschiedstrunk. Abends um sechs verging mir meine angetrunkene Heiterkeit beim Anblick dicker, dunkler Wolken die uns zuckend und donnernd einzukesseln drohten. Der zunehmend auffrischende Wind kam mir als Argument wie gepfiffen um unser Vorhaben auf den nächsten Abend zu verschieben. Viele der hartgesottenen Segler scheren sich nicht, oder wenig um Wind und Wetter, verreisen einfach wenn sie bereit sind! So drückte ich mich am folgenden Tag um einen Landgang herum, um ja keine ungemütlichen Fragen zu gewärtigen. Ohne Trara verreisten wir also bei fast gleicher Wetterlage am Samstag den 29. Juli, zwei Tage nach Ablauf unserer Aufenthaltsbewilligung im Senegal.

Noch mancher Handgriff war nötig, und es ist bereits 20:00Uhr vorbei als wir endlich den Anker heben konnten. Der Wind aus Nord hielt durch, und die Gewitterfront im Süden löste sich vor unserem Zusammentreffen in Wohlgefallen auf. Der Tag hat sich schon verabschiedet als wir die Hann -Bucht verliessen, und bereits in der Dunkelheit der Nacht schoben sich die Lichter der Insel Gore, nur einige Meilen weiter an uns vorbei achteraus. Platt vor dem Wind, und eine, von hinten schiebende Kreuzsee bereiteten der Windsteuerung unlösbare Probleme, aber vor dem Wind kreuzen mochten wir deshalb auch nicht. Für den Rest der Nacht übernahm diesen Job ohne zu murren, nur für etwas Strom der Autopilot. Für wahr, ich stimme in den Reigen der begeisterten Schiffer mit ein die diese Erfindung lobpreisen, sie bescherte uns eine entspannte Reise!

Regenzeit

Meine letzte Wache zieht sich bis in den Morgengrauen hinein. Seit Stunden schon bestaune ich ein Inferno, das sich vor langem mit Wetterleuchten über dem Fluss Saloum angekündigt hat. Unglaublich was sich da in 20 – 30 sm Entfernung an Energie entlädt! Fast pausenlos zucken Blitze orientierungslos in alle Richtungen durch ein Massiv von Wolken. Nur selten beobachte ich Blitze die zu Boden fahren. Wie ich feststellen kann, sind es vor allem die, die das Donnergrollen verursachen welches bis zu uns herüber dröhnt. Es zaubert mir vor Ehrfurcht Runzeln auf die Stirn. Mein Plan ist, Monika zu wecken sobald der Wind der uns schon die ganze Zeit in den Nacken bläst einschläft, oder anfängt seine Richtung zu ändern. Aufmerksam und angespannt beobachte ich was hier los ist. Schnelles Handeln wäre angesagt, sollte sich dieses Monster auf die See hinaus wagen um unseren Frieden zu zerstören. Die Segel müssten sofort weg gerefft und eingerollt werden damit ein Sturmsegel ihren platz einnehmen kann. Der Wind wird uns von der Seite treffen, und uns stark krängen lassen. Alles was nicht fest sitzt muss festgezurrt, oder weg gestaut werden. So stellte ich mir vor, was glücklicherweise keine anstallten machte einzutreffen. Der alte Wind liess sich nicht verdrängen, er hielt unbeirrt, mit gleicher kraft seiner Richtung bis nahe unter Land, aber schon vorher haben wir, in einer ganz normalen Aktion die Segel geborgen! Ruhig und gelassen konnten wir uns auf die anspruchsvolle Einfahrt,  über die Barre hinweg vorbereiten.

 

 

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