Compass

 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


 Devils Point:
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Devils Point

Am Tag danach sind wir spät dran. Der Tidenstrom setzt etwa 2 Std. nach Banjul, unserer Referenzzeit ein, dazu kommen noch etwa 1.30 Std. für die täglichen Versetzung und für den Weg von hier zum Gambie. Bei strahlendem Wetter sind wir um ca. 10:00 Uhr mit etwas Wind auf der Nase los. Der Wind könnte, wenn wir in den Fluss einbiegen, ein Halb –Windkurs zum Segeln werden. Beim Eindrehen in den Fluss waren die Segel oben aber der Wind drehte einfach mit uns mit und blieb uns weiterhin auf der Nase. Die Erfahrung des Tages: Mässige Winde folgen dem Flussverlauf!

Des Tages Distanz von 74 sm legten wir mit Dieselwind zurück. Der Fluss präsentiert sich in diesem Abschnitt weit und breit und das flache, eher eintönige Ufer säumen, links und rechts niedrige Mangroven. Im unteren Verlauf konnten wir kurz eine Gruppe grosser Delfine beobachten, wie sie gemächlich Meerwärts zogen und  aus der Ferne sorgen ab und zu Scharen von Flamingos oder Pelikane für Abwechslung. Wirkliche Aktion entsteht erst nach ~50 sm bei Devils Point. Da liegt nämlich, mitten im Fahrwasser die Lady Chilel, gesunken 1984. Ihre beiden Masten ragen gut sichtbar aus dem Wasser und sind laut West African Guide ein Ansteuerungspunkt. Das Wrack soll 50 m an Steuerbord liegen wenn man 50° nach Backbord dreht. die Ladys Rumpf ragt, unter Wasser liegend weit zu uns herüber und ich sehe ihn erst als es eigentlich schon zu spät ist. Wir schrammen mit nur 3 m Abstand  knapp daran vorbei, zu langsam habe ich abgedreht und der Strom besorgte beinahe den Rest. Alles lief so schnell ab, ich hätte rein gar nichts zur Unfallverhinderung beitragen können! Haben wir einen Schutzengel mit an Bord, oder was sonst hält seine Hand über uns?

 Kudang

Der Fluss dreht wie eine Schlange, von ab hier windet und verjüngt er sich und fliesst mit mehr Strömung. Die Mangroven am Ufer sind hoch wie Bäume und verhindern jede Sicht in die Ferne. In ihrem Schatten schlafen wir unweit der Fähre Soma – Farrafenni, trotzt einem weiteren kleinen Sturm ruhige und sicher. Jetzt wo wir im Fluss liegen, müssen wir anderntags lange warten bis der Strom einsetzt und es wird spät bis wir losfahren können. Wir legen heute nur eine kurze Strecke zurück, denn bei Elephant Island beginnt es schon wieder einzunachten. 

Während der Regenzeit befindet man sich hier bereits im Frischwasserbereich, die Vegetation ändert sich aber erst so richtig zwischen Kau-ur und Kudang. In Nachbarschaft zu Kudang verbringen wir die Nacht Nr.4. Obwohl ein hübsches Dorf gehen wir hier nicht an Land. Schon kurz nach unserem Erscheinen stehen eine Million Kinder am Strand und schreien <Tubab – Tubab – Tubab -…>. Noch ehe wir den Anker setzen können schwimmen, oder paddeln eine ganze Schar von ihnen in Einbäumen zu uns hinaus, und verlangen unaufhörlich nach Schreibzeug und leeren Flaschen. Bis in die Dunkelheit hinein kommen sie angeschaufelt dabei haben wir schon längst keine Kugelschreiber und leere Flaschen mehr an Bord.

 

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