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 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


 Der Fluss:
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Expedition

Lamin Lodge

Ich werde mir von Seaboy eine Boje an den Rand des Ankerfelds setzen lassen, damit wir uns dranhängen können wenn meine Schwester Gret mit Mann Pierre auf Besuch kommt. Bis zu ihrem Eintreffen bleiben uns aber noch14 Tage Zeit. Für diese verbleibende Zeit hat mein Minister für Tourismus sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie hat geplant mit mir so weit es geht den Gambia hinauf zu fahren und zu rekognoszieren, was wir mit unseren Besuchern unternehmen wollen.

Als Ausgangsort für unsere Reise wählten wir Lamin Lodge. Von dort können wir von der Tide unabhängig losfahren, denn alle Wege führen über Banjul. Wenn wir von da bei Niedrigwasser losfahren, bleiben uns ~8 Std. mitlaufendes Wasser. Das hilft dem Motor beträchtlich uns den Fluss hoch zu schieben und so werden wir in den 8 Std. spielend Bintang Bolon Lodge erreichen. Die Tidenetmale sind abhängig von wann der Strom am jeweiligen Standort einsetzt und fahren wollen wir nur bei Tageslicht.

 Sturm

Die Reise beginnt mit einem Paukenschlag! Nach vier Stunden fahrt und zwei Seemeilen vor James Island beobachten wir, wie sich in der Ferne tief über dem Fluss hängende Wolken zu einer dunklen Bedrohung zusammenziehen. Zunehmend verformen sie sich in eine schwere schwarz- grüne Walze die im Schnellzugtempo näher kommt. Dramatisch verschwindet die nahe Insel in einem weissschäumenden Kragen unter dem Nachtschwarzen Himmel um kurz darauf wie eine undurchdringliche Wand, mit viel Getöse über uns herzufallen. Gleichzeitig mit dem einsetzenden Regen steigerte sich der Wind von einem lauen Lüftchen in einen kräftigen Sturm mit gegen 50 Knoten! Er pustete alles weg was nicht niet und nagelfest verzurrt ist und mit mehr Wind kam mehr Regen, horizontal bis Sintflutartig! Unter Volllast gelingt mir, im Cockpit hinter der Abdeckung geduckt, die Nase des Bootes im Wind zu halten, während Monika im Innern laufend unsere Position via GPS kontrolliert hat. So schnell wie es gekommen ist, so schnell ist es auch wieder vorbei. Kaum eine halbe Stunde hat der Spuk gedauert! Infolge <Wind gegen Strom> hinterliess  er eine sehr kurze, 1.5m hohe Welle, die es sogar schaffte meinem Maat den Magen zu drehen.

 In time

Trotz dieses Unterbruchs erreichten wir unser Tagesziel Bintang Bolon Lodge noch bevor der Tidenstrom kenterte. Ein erstes Résumé des Erlebten verarbeiteten wir bei einem feinen Essen auf der Terrasse der Lodge. Hier gefällt es uns sehr. Sie liegt, Idyllisch wie eine kleine Pfahlbauersiedlung am Wasser, so dass wir mit dem Dingi direkt an der Terrasse anlanden und festmachen können. Überall im Restaurationsbereich liegen Pfützen und Lachen. Das grosse Strohdach war nicht in der Lage das viele Wasser des Sturms abzuleiten, aber es ist noch da, so schlimm kann es also nicht gewesen sein!

 

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