Compass

 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


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Angstetappe

Wie bereits in der E-Mail an unsere Freunde auf der SY Sangoma berichtet, haben wir uns von Laguna verdrückt und dabei ein weiteres Abenteuer wegstecken müssen. Ein Grund für den Unfall war sicher, dass wir keinen Tag dieses dreitägigen Wetterfensters verschenken durften, welches uns für die Etappe nach Rio Grande prognostiziert wurde. Wir sind also noch vor Abklingen der Kaltfront ausgelaufen und hatten deshalb die Wellen vor der Einfahrt noch gegen uns!

So wie wir uns ausgemalt haben, drehte der Wind im Laufe der Nacht von gegenan auf achterlich, aber so schwach, dass wir fast die ganze Zeit den Motor mitlaufen liessen. 91sm Etmal (Distanz in 24 Std.) ist dem zu Folge auch nicht sehr berauschend, immerhin sind 308sm in den drei Tagen günstigen Wetters zu bewältigen. Der Küstenabschnitt mit dem Cabo Santa Marta ist berüchtigt. Flaches Wasser mit schnell aufbauender See und flache Küste ohne Schlupflöcher, wo man sich im Falle eines Falles hätte verkriechen können. Das Wetter war, wie der Wind mit uns und langsam wärmte die Sonne wieder auf was der Südwind abgekühlt hat.

Um die Mittagszeit näherte sich von Osten, der offenen See her ein sehr grosses brasilianisches Fischerboot mit hoher Geschwindigkeit. An die 10 Mann dunkelhäutiger, grölender Besatzung standen auf der Reling und den Gerätschaften und weckten in uns den Eindruck von Freibeutern. Wie der Fischer sein Boot auf 3m an uns herangedrückt hatte, änderte ich den Kurs um 90° in die offene See hinaus und da beobachtete ich, wie ein Hochseefrachter, der uns entgegenkam eine Wende fuhr und auf uns zuhielt. Das war ganz offensichtlich das Zeichen für die, sagen wir einmal neugierigen Gesellen auf dem Fischerboot 180° abzudrehen und mit Vollgas Richtung Norden abzuhauen. Die Besatzung des Frachters muss die Situation beobachtet und als wenigstens ungewöhnlich eingestuft haben, denn sie setzten, nachdem der Fischer abgelassen hatte, wieder Kurs Richtung Nord und begleiteten den Fischer bis zum Horizont. Es dauerte eine geraume Zeit, bis ich alles im Kasten hatte und dem grossen Bruder meinen besten Dank hinterher senden konnte.

Am Nachmittag frischte es auf und in den folgenden 24 Stunden gelangen uns 126sm unter Segel bei weiterhin blauem Himmel am Tag und Vollmond in der Nacht! Der Himmel des letzten Tages überzog sich von Süden her mit Zirren. Von Jacco wissen wir, dass das untrüglich ein Zeichen für Windwechsel in den nächsten 24 – 48 Stunden ist, d.h. eine Kaltfront kündigt sich an! Wunderbar im Zeitplan erreichten wir nach 308sm die Einfahrt in den Rio Grande, einen halben Tag vor Harvey, der die letzten Stunden bereits gegen Südwind anmotoren musste.

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