Compass

 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


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Local knowledge

Über Kurzwelle USB12353Khz konnten wir um 1900 mit Harvey Kontakt aufnehmen, während er in Porto Belo vor Anker lag. Er kündigte seinen Aufbruch an und wollte über Nacht nach Imbituba, wo wir uns aufhielten, segeln. Er rechnete damit, gegen Ende des folgenden Tages einzutreffen, vorausgesetzt, der Wind setzt wie prognostiziert ein. Eigentlich wollten wir morgen nach Laguna weiter ziehen, das bedeutet: Ein geschenkter Tag, der sinnvoll genutzt werden will. Gerade gestern haben wir uns im Tourismusbüro etwas um gesehen und uns über <whale watching> informiert. In einer der Buchten nördlich von uns wurden 4- 5 Muttertiere mit Nachwuchs gesichtet. Die hier gebärenden Wale sind die der Gattung Balena Franca im Gegensatz zu den Balena Jubarte, die wir bei den Abrolhos gesehen haben. Das ist etwas was uns reizt, und weil deren Exkursionsboot gerade querab von uns auf Gäste wartete, pfiffen wir sie herbei und wechselten kurz entschlossen die Seite. Ein tolles Erlebnis nahm seinen Anfang.

Nach 30Min. Fahrt durch eine aufgewühlte See näherten wir uns langsam langsamer werdend dem Strand einer weiten Bucht. Unerwartet tauchte vor uns ein riesengrosser Wal auf, und was ich schon vorher vernahm, wiederholte sich nun an der Wasseroberfläche nochmals; der Wal stiess einen unüberhörbaren, des einen Elefanten nicht unähnlichen Laut, aus. Wir sind ihm offensichtlich zu nahe gekommen.

Wir sind da, jetzt können wir sie überall blasen und sich wälzen sehen. Es sind an die sieben Muttertiere mit Nachwuchs! Die Tiere halten sich ganz nahe des Strandes, auf ca. 5-10m Wassertiefe, auf und geben sich ununterbrochen mit ihrem Nachwuchs ab. Wir beobachteten, aus nächster Nähe wie die Mütter mit ihren Kindern spielen und haben gesehen wie dabei Jungtiere bis auf Körperlänge aus dem Wasser sprangen um sich auf den Rücken fallen zu lassen. Wir sind begeistert! Für einmal war alles was uns versprochen wurde wahr und sogar mehr, wir waren ungefragt Gäste eines Filmers irgendeiner Organisation und so durften wir nicht einmal eine Gegenleistung für das uns Gebotene erbringen.

 

Bei einer Unterhaltung mit dem Kapitän des Ausflugsbootes über das uns bevorstehende Einlaufen in Laguna, habe ich ganz offensichtlich seinen besorgten Gesichtsausdruck falsch interpretiert, sein Boot war ja auch kleiner als das meine! Doch wenigstens habe ich vernommen, als er sagte, dass es möglich ist einzulaufen wenn ich es um die Mittagszeit versuchen würde. Laguna liegt nur gerade 20sm südlich von Imbituba und der Kapitän fährt da mit seinem Boot mehrmals jährlich für Unterhaltsarbeiten hin!

Harveys Zeitplan ging nicht auf, er würde irgendwann um Mitternacht bei uns eintreffen. Was ihm aber nicht behagt, ist bei uns einzulaufen um bloss ein paar Stunden später wieder weiter fahren zu müssen. Er würde direkt durchfahren und in Laguna auf uns warten.

Wir sind früh morgens aufgebrochen, damit wir 5 Std. später um 1200 in Laguna einlaufen konnten. Wir hatten guten Wind und so passte es für uns perfekt. Ich fuhr direkt, in dem Winkel, wie von einer Wegbeschreibung vorgegeben auf die Einfahrt zu, ganz darauf konzentriert, die Budlup im rechten Winkel zu den mitlaufenden Wellen zu halten. Bloss nicht quer schlagen, ist meine Devise! Die Budlup gehorchte brav meinen Befehlen und das Einlaufen, obgleich wild und überaus anspruchsvoll, glückte nach Vorstellung.

Harvey war schon da, wir sahen seine Pegasus schon von weitem. Er turnte auf seinem Boot herum und wirkte überhaupt nicht müde, eher angespannt und nervös.

Nachdem der Anker gefallen war, setzten wir mit dem Dingi zu ihm über um das Wiedersehen zu zelebrieren und da platzte es aus ihm heraus: Ob wir ihn eigentlich nicht gehört hätten, er hätte den ganzen Morgen versucht uns auf MW1353Khz zu erreichen? Er hätte solches Glück gehabt, dass es ihn in der Einfahrt nicht überschlagen hätte, die Fischer auf der Mole hätten sich die Augen zugehalten wie sie seine Probleme mit den brechenden Wellen gesehen hätten! Er habe uns warnen wollen, er habe sagen wollen wir sollten in Imbituba auf ihn warten. Was sollen wir jetzt noch sagen? Wir haben nie auf MW1353Khz gefunkt, sondern auf USB12353Khz und zudem sind wir jetzt da und wollen es nicht ändern. Ja, ja, wir hätten Glück gehabt, dass es um 1200 niedriges Kehrwasser gewesen sei!  (<Respekt vor local knowledge>)

Berichte:

 

 

 

Hafen von Imbituba
Frontwechsel in 5Min
zufiel für den Flugkünstler
durchzug der Front am Nachmitag
betriebsamer Kleinhafen
Schichtbetrieb
das ExkursionsBoot
Praia do Rosa
erste Sichtung
Baleia von Julio Cesar