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 SY "BUDLUP"

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Eine Geschichte in sich:
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Eine Geschichte in sich
Jetzt sind wir wieder alleine, Monika und ich und die Altlasten des vergangenen Jahres. Jetzt ist Zeit wieder da an zu docken wo wir so schön los gelassen haben. Noch im Beisein meines Bruders, füllten wir am Freitag den 28.12., dem Neujahrswochenende an einer floating Petrolstation die Tanks der Budlup mit Diesel. Die Absicht war, gleich anfangs Januar, mit vollen Tanks Richtung Argentinien los zu fahren. Aber, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!
Mit den 250 L Diesel gelangten, von uns unbemerkt ca. 100L Wasser in unsere Tanks. Es hörte sich wie Luft im Leitungssystem an, als der Ofen, 200m von der Tankstelle entfernt wieder aus ging. Das kannte ich von früher her, von Manipulationsfehlern beim Umschalten des Filtersystems. Da hilft nur Entlüften, rudimentär beim ersten Versuch, verfeinert beim Zweiten und mit ausgebauten Einspritzventilen beim Dritten und dann gab der Anlasser seinen Geist auf. Am Freitagabend, dem langen Neujahrswochenende, keine Mechaniker, keine Reparaturen, also Matthäus dem Letzten! Weiter gehet es erst wieder im Neuen Jahr, das ist klar, aber von tief unten aus der Dunkelheit drang eine leise Stimme an mein Ohr, die sagte: „Fürchte dich nicht, es hätte noch viel schlimmer kommen können!“ Und es kam schlimmer.
Wie im Neuen Jahr dann endlich Hilfe verfügbar war, war es zu spät. Das salzhaltige Meerwasser des äusseren Kühlkreislaufs, welches ich mit dem Anlasser in den Auspuff gefördert habe, ist übers Wochenende in den, unterm Meeresspiegel liegenden Motor zurück gelaufen und hat darin alles erodieren und verhocken lassen. Der Motor war nicht mehr zu bewegen, blockiert, aus und Amen.
Der Kostenvoranschlag für alle neu Teile, von Nöten um den Volvo Motor zu reparieren, war höher als die Offerte für einen neuen Motor! Also, war schnell beschlossen einen neuen einbauen zu lassen, denn wer weiss was für eine Reparatur wir bekommen würden? Nie wieder Volvo, dermassen hat mich die ganze Zeit schon deren Preis und Verkaufspolitik in die Nase gestochen, ein Yanmar musste es sein. Bloss, der letzte in Brasilien erhältliche mit ca. 50 HP war soeben ausverkauft und Nachschub war nicht vor Ende März zu erwarten! Die Bekanntschaft mit Stegnachbarn, ehemals aus Argentinien, die ebenfalls hier auf ihrer Yacht, nach einer Weltumsegelung hängen geblieben sind, ermöglichten den Import eines Motors aus Argentinien! Unglaubliches bahnte sich an! Ein Mann aus dem fernen (3000km) Buenos Aires kam extra mit seinem Auto herauf gefahren, um uns für 2'700.-US$ Entgelt den Motor zu liefern. Endlich, wie er da war und Monika alles Geld, per Kreditkarten zusammen gekratzt und auf dem Schwarzmarkt in US$ gewechselt hatte, war alles viel teurer wie abgemacht und eine Quittung wollte der Transporteur auch nicht unterschreiben. Und jetzt? Der Retter in der Not, ebenfalls ein Argentinier, seines Zeichens Rechtsanwalt, tauchte wie zufällig auf der Bühne auf. Das verhält sich nämlich so, erklärt dieser: Der Motor wurde illegal aus Argentinien exportiert, ohne Steuern zu bezahlen und darauf steht Gefängnis und deshalb darf der gute Mann nichts unterschreiben! Hallo, aber was machen wir? Haben wir den Motor dann gestohlen, oder was? Ja, der gute Mann sah das Problem und war, so gut er konnte, bereit zu helfen! Er war nämlich Besitzer des letzten Brasilianischen Yanmarmotors, den sie eben gerade im Begriff waren in sein Boot einzubauen und den wäre er bereit mit „unserem“ zu tauschen. Es ist derselbe Motor, aber er als Argentinier müsste den nicht verzollen und könnte ihn sogar noch von den Steuern absetzen, um uns entgegen zu kommen hätte er also keine Probleme. Sein Motor war beim Händler noch offen, also fuhren wir zum Händler, da bezahlten wir den Kurier und er den Yanmar Mann und dieser stellte die Rechnung auf unseren Namen aus. So einfach und schnell kamen wir legal zu unserem neuen Antriebs Aggregat. Wie dies nicht schon ein Alptraum gewesen wäre, drang aus der Stille der Tiefe eine leise Stimme an mein Ohr: „Fürchte dich nicht, es könnte schlimmer sein!“ Und, es ist derselbe Motor, aber nicht dasselbe Getriebe!!! An Stelle eines geraden, wie ich es in Argentinien geordert hatte, war an diesem ein, um 7° abgewinkeltes Getriebe und deshalb unmöglich um in einem Segelboot eingebaut zu werden, auch nicht in das Boot des Argentiniers!?! Der Mann, der das alles steuerte, ist unser Nachbar, der auch seit Jahren für das Boot des Anwalts und für den Einbau des Motors verantwortlich ist. Ein Akt unter Seglern und für seine Dienste fordert er ein Honorar von 400.-US$.
Vom Leim herunter, auf den wir gekrochen sind, blieb uns nichts anderes übrig, als ein neues, gerades Getriebe in Holland zu bestellen und die Transportkosten von 1'000.-US$ zu übernehmen. Express, dauerte das drei Wochen und seit die Geschichte begonnen hat sind drei Monate ins neue Jahr gegangen. Wir wollen nicht mehr weiter an all die vielen damit verbundenen Unsäglichkeiten denken, wir wollen auch nicht mehr darüber reden. Es ist vorbei und wie schon immer anzunehmen gewesen wäre; es kam der Tag, an dem unser neuer Motor mit seinem neuen Propeller unser Gefährt aus der Bucht von Angra dos Reis hinaus gestossen hat. Hinaus in eine neu gewonnene Freiheit.
 

Yate Clube Marinas
Argentinischer Motor
Bras.Mot, mit Argentinien Conection
Fotobeleg Motorblock
Fotobeleg Zylinderkopf und Kolben
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Klauses Schiff
Pousada do Alemao
Klaus, die gute Seele
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