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 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


 Bruder Ignaz:
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Bruder Ignaz
Wir haben Aufnahme im Yachtclub von Charitas, in der Bucht von Niteroi gefunden. Da haben wir uns mit Sicht auf Rio, zwei Autobusstunden oder 20 Minuten mit der Fähre, gegenüber dem alten Stadtzentrum an den Anker gelegt. Für nur 10 Reais den Tag durften wir so alle Annehmlichkeiten des Clubs geniessen, die da waren: Schwimmbad, Sauna, Duschen, Restaurant, Bar, Tennisplatz, Fitnessraum, Fernsehraum, Internet sowie Wasser und Strom am Steg. Wir waren gern gesehene Gäste, offene Ohren und Hilfsbereitschaft war überall anzutreffen. Als gar liebenswert sind Susi und Renato von der Samba zu erwähnen, sie leben auf ihrem Boot im Hafen, seit sie vor acht Jahren von ihrer Weltumsegelung zurückgekehrt sind. Die Susi spricht akzentfrei englisch, französisch, spanisch und portugiesisch, sie ist die Mutter der Fahrtensegler und hat ein eigenes, dickes Gästebuch!
Von hier aus versuchten wir erstmals eine weitere Aufenthaltsverlängerung zu erhalten. Mit der 0900 Fähre haben wir uns nach Rio über setzen lassen und nach einer halben Stunde zu Fuss Richtung Nord und dreimal fragen standen wir schon in der Empfanghalle der Policia Federal. Aber hier waren wir ganz falsch! Seit einer Woche ist das Büro für Immigration ganz zentral im Internationalen Flughafen, zwei Autobusstunden ausserhalb Rio’s. So gegen Mittag waren wir schon da und fünfzig andere vor uns. Bei der Vorsortierung beim Weichensteller kamen wir mit unserem Anliegen nicht durch, wir konnten uns nicht verständlich machen, also fragten wir nach einer englisch sprechenden Person. So gelangten wir zum Chef persönlich. Alles kein Problem: Jetzt gehen sie zuerst ins Internet und laden Formular Nr. soundso herunter, drucken es aus und gehen damit auf die Bank und bezahlen je 67.- Reais. Anschliessend kommen sie zu uns zurück und bekommen den Stempel. Aber das alles ist nicht so schnell gemacht wie gesagt, aber eine Stunde später stehen wir wieder hier und verlangen nach den Stempeln. Der zuständige Beamte blätterte als dann in unseren Pässen, von vorne nach hinten und wieder zurück und meint nach eingehendem Studium: Negativ, ihr seid sowieso schon zu lange im Land, am 15. Dez. müsst ihr draussen sein, tut mir leid. Und das Geld was wir einbezahlt haben? Ja, das bleibt hier, ihr könnt das ja ein anders mal einsetzen, wenn ihr wieder in Brasilien seid. Vor dem Dunkel werden sind wir wieder zurück auf dem Boot, ein Tag zum streichen und am 18.12. kommt Bruder Ignaz für zwei Wochen in die Ferien!
Am Festland, 90sm weiter westlich, liegt hinten in der Inselwelt von Ilha Grande der Hauptort Angra dos Reis. Von diesem Ort aus wollten wir mit Ignaz in die Inselwelt (360 Inseln) von Ilha Grande eintauchen, dem Traum Revier aller brasilianischen Segler. Also mussten wir uns langsam auf die Socken machen um da zu sein, wenn er ankommt, und am 10.12. waren wir da. Die Zeit die uns blieb, nutzten wir ein weiteres Mal dazu eine Aufenthaltsverlängerung bei der Policia Federal zu beantragen. Unterstützung erfuhren wir von Klaus Bartels, seines Zeichens Trans Ocean Vertreter in Angra dos Reis. Was unmöglich schien wurde war, ein, noch unerfahrener Beamter erteilte uns das Visum, weil sein Kollege, der ihm hätte Anweisungen geben sollen das Telefon nicht abnahm. Wunderbar, drei Monate mehr, das reicht locker bis Argentinien! Tutti palleti, jetzt kann er kommen Bruder Ignaz.

Weihnachtsgrüsse
Liebe Familie, liebe Freunde
Hier in Brasilien, wo der Sommer am 21. Dezember beginnt denken wir, die Weihnachten mit der kalten Jahreszeit verbinden, kaum an Advent. Weihnachtsstimmung will hier keine aufkommen, auch wenn man vereinzelt Dekorationsgegenstände antrifft. Auf dem Lagoa Rodrigo de Freitas in Rio de Janeiro haben wir zur Weihnachtsmotivation den grössten Christbaum Südamerika’s besucht. Bei der Betrachtung dieses 70m hohen technischen Wunderwerks wollte aber auch keine Stimmung zur Einkehr aufkommen. Nicht einen Moment lang dachte man bei diesem jahrmarktmässigem Jubel und Trubel an „Stille Nacht“ oder “still und starr ruht der See!“ am ehesten hätte noch „Jingle Bells“ oder ein ähnlich lärmiges Musikstück gepasst! Es bleibt uns immerhin, wehmütig an diese aussergewöhnliche besinnliche Zeit zurück zu denken, als wir ebenfalls keine innere Ruhe dafür gefunden hatten. Es war halt, wie bei vielen anderen auch eine Zeit in der es noch viel zu erledigen galt.
Ganz anders wünschen wir uns für euch, dass es euch gegönnt ist möglichst viele schöne und lichte Momente einzufangen, solche die es Wert sind gelebt zu werden.
Liebe Grüsse von der Budlup aus Angra dos Reis, 90sm westlich von Rio de Janeiro

 

Yachtclub Charitas, Niteroi
weiter nach Angra dos Reis
vorbei an der Copacabana
Begegnung
vor den Toren Angra's
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