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 SY "BUDLUP"

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Ambiente do Cabo
Zwei Wochen sind wir in diesem mondänen Ferienort, mit beeindruckender Skyline an der Waterfront, hängen geblieben. Rhythmisch haben die Kaltfronten den Nordwind unterbrochen, bis uns endlich ein Wetterfenster zusprach, um die Wetterküche des Cabo Sao Thomé zu packen. René ist mit einem Zyklus vor uns da unten durch und war wenig begeistert, per SMS teilte er mit: „Viel Motoren mit Wind auf der Nase!“
Kurz vor Einnachten sind wir mit dem prognostizierten Wind im Rücken los. Aber bald darauf schlief er auch schon wieder ein und liess uns für den Rest der Nacht mit Dieselwind weiter Richtung Süden ziehen. Mit der Dämmerung und zwei Stunden vor dem Cabo meldete er sich zurück. Ausgeruht und kräftig ging er bald mit über 25kn zur Sache. Jetzt passte er zur „high surf warning“ die tags zuvor für dieses Seegebiet herausgegeben worden ist. 7kn Fahrt + 4m hohe Wellen = Knabenschiessen pur!
Weil es wieder einmal so gut gelaufen ist, erreichten wir Arraial do Cabo um Mitternacht. Arraial do Cabo ist eigentlich der Industrie- und Fischereihafen vom viel mondäneren, Land auf und ab jedem bekanntem Cabo Frio. Hier endet eine antarktische Tiefenströmung, die nahrungsreiches, kaltes Wasser an die Meeresoberfläche fördert. Dieser Umstand beschert der Fischindustrie überaus ertragreiche Fänge, die die ganze Region Rio de Janeiro mit Fisch versorgt. Die nächtliche Einfahrt zu diesem Hafen, der ganz hinten in einer tiefen Bucht lag, war ganz ungewöhnlich. Schon drinnen in der Bucht, aber noch über eine Meile vor dem Hafen, tauchte an unserer Steuerbordseite so was ähnliches wie ein riesengrosser, überdimensionaler, beleuchteter Christbaum auf. Alles möglich, es ist ja auch schon der 20. November! Kaum an diesem Ding, das in keiner Seekarte eingezeichnet oder vermerkt ist vorbei, können wir auch schon die gelb blinkende Lampe von Svenjas René ausmachen. Er hat die halbe Nacht ausgeharrt, um uns in einen sicheren Ankerplatz einzuweisen. Dank dir lieber René, das hast du wirklich gut gemacht.
Alle Fragen der Nacht klären sich des Morgens, eines wunderschönen Morgens. Eben erwacht, die Nacht noch in den Augen, können wir miterleben, wie eine riesige Ölplattform, alias Christbaum, an die uns gegenüberliegende Pier gebuggst wird. Vier Elefantenfüsse hat das Monster und ohne Lärm und lateinischem Gehabe vollbringen vier Hochseeschlepper das Anlegemanöver, ganz alltäglich, sehr beeindruckend. In dieser Nachbarschaft nehmen wir uns fast mickrig aus, drei Segler und hundert Fischerboote, aber hier gefällt es uns wieder einmal ganz speziell. Hier ist nichts mondän, hier wird zum Arbeiten gelebt, funktionell und schön, weit draussen, am Ende einer ausragenden Halbinsel, geborgen inmitten grosser Hügel und Inseln.
An einem der folgenden Tage unternehmen die sechs Touristen der drei Fahrtensegler eine gemeinsam geplante Exkursion nach Cabo Frio mit dem Ortsbus, versteht sich. Zentral in der Stadt verlassen wir das neuwertige Gefährt nach knapp einer halben Stunde non stopp Fahrt. Gegenüber der Haltestelle, am Fusse eines Hügels, liegt ein Kloster aus der Besiedlungszeit (Ende 1500) und vom Hügel herab geniessen wir eine Aussicht über Stadt und Land. Das Beste, was wir aber bis jetzt zu sehen bekommen haben, ist der Strand! Weiss wie Schnee ergiesst er sich vor den Hochhäusern hinunter zum blauäugigen, glasklaren Meer und breitet sich über Kilometer hinweg wie ein Teppichband aus. Ganz feiner Sand, der sich zum einen Ende am Stadtrand zu Dünen wie Schneeberge auftürmt, durchbrochen von kontrastreichem grünem Bewuchs mit vereinzelt in den Himmel wachsenden Kokospalmen. Zum Anderen hin geht der Sand in dunkle Felsen über und vor dem Strand auf einem solchen, durch eine kleine Brücke verbunden, thront ein antikes Fort, welches die dahinterliegende Flusseinfahrt beschützt. Ein spannendes Szenarium, wenn man sich dazu noch vorstellt, wie sich die Rahsegler der damaligen Zeit für Ruhe und Sicherheit, am Fort vorbei, zwischen all den Riffs und Felsen hindurch in den Fluss hinein gezwängt haben!
 

ab nach Cabo Frio
Richtung Süden
Christbaum
Christbaum bei Tag
Nachbarschaft
Arraial do Cabo
Nachbarbucht
zum Meer hin offen
Stift in Cabo Frio
Sicht vom Hausberg Cabo Frio
der Strand von Cabo Frio
nach Süden
nach Norden
geschützte Einfahrt
Idylle bei der Einfahrt
Arraial im Hintergrund
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