Compass

 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


 Reise nach der Reise:
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Reise nach der Reise
Wie abgemacht startet Carlos, unser Lotse am Dienstag, den 30 Oktober 2007 um 0600 den Motor seines Fischerboots. Sein Boot hat nur eine Boje von uns entfernt gelegen und nun führt er uns in akribischer Exaktheit ums Doppel-Riff herum ins Meer hinaus.
Der Wind ist noch nicht da, aber gestern um diese Zeit hat er schon kräftig geblasen. Also Motoren wir schon mal, diesmal aber Seeseitig an Santa Cruz de Cabralia vorbei Richtung Süden, der Wind wird uns schon noch einholen. Was mit einem lauen Lüftchen angefangen hat, war nach einer Stunde ein zügiger Segelwind und die Budlup galoppierte unter gerefftem Vollzeug Richtung Abrolhos, wo wir nach geplanten 24Std. eintreffen wollten. Wind und Welle schoben ganz kräftig von hinten, so dass noch vor Mitternacht das Richtfeuer der angesteuerten Inselgruppe die Richtigkeit unserer Navigation anzeigte. Die Richtung stimmte, aber die Zeit nicht! Bei Nacht wollten wir hier nicht ankommen, also verkleinerte ich die Segelfläche, und der ungehörige Schwell strich uns den Honig vom Brot. Die Abrolhos sind ein Insel und Riffgebiet, welches zum ersten brasilianisch Maritimen Naturschutzgebiet erklärt worden ist, und daran wollten wir nicht vorbeisegeln. So haben wir uns trotzt nächtlicher Stunde mit Unterstützung des Mondlichts zwischen die Inseln hineingetastet und vor der Hauptinsel um 0315 den Anker fallen lassen.

Fürchte dich nicht
Super, 70km vom Land weg auf See, in der Abdeckung einer Insel bei 22kn Wind keine Welle, aber nach Tagesanbruch sieht man noch immer wie sie draussen, wie tausend kleine Berge vorbeijagen. Nimmer müde verfolge ich staunend die Flugkünste der Fregattvögel, die ich hier zum ersten Mal beobachte. Es scheint, dass sie sich niemals auf festen Boden niederlassen, ständig in der Luft, nur ab und zu auf die See niederstechend um Beute zu machen. Der starke Wind, der in unserem Rigg orgelt, scheint sie zu motivieren, unglaublich die Höhenunterschiede die sie in Augenblicken überwinden. Allerhand Kunststücke wurden mir vorgeführt, nur auf einen Looping habe ich vergebens gewartet, aber es schien nicht ausgeschlossen. Wir genossen den Prachtstag in dieser Abgeschiedenheit und die Wellenruhe der folgenden Nacht.
Die Hauptinsel ist der Marine vorbehalten und auch die Dienst habenden Biologiestudenten logieren hier in einem festen Haus. Uns Touristen ist das Anlanden und Begehen der Inseln untersagt, mit einer Ausnahme: Am nächsten Tag besuchten uns zwei Naturaufseher per Schlauchboot, mit dem Vorschlag, gemeinsam mit ihnen einen Besuch bei der gegenüberliegenden Vogelinsel zu machen. Obwohl wir planten um die Mittagszeit weiter zu ziehen, packten wir die Gelegenheit an den Haaren, denn etwas Abwechslung und Bewegung kann nie schaden.
Was kam, war noch viel besser! Nachdem das Absetzen von uns an Land gelungen war, sahen wir nach wenigen Metern in dutzende, staunender Vogelgesichter, die wies schien noch nie einen Feind zu Gesicht bekommen haben. Im Zick Zack stolperten wir über die Steine um diese zutraulichen Tiere herum, die vor uns keinen Respekt zeigten und unsere Kamera fand immer noch bessere Motive, die besagtes unterstreichen sollten.
Die Aufseher, die auch Wetterberichte verfolgen, sagten uns für die nächsten Tage das Eintreffen einer Kaltfront voraus. Ein solches Ereignis an diesem Ort zu erfahren hatte für uns aber gar keinen Reiz, denn der Ankerplatz ist gegen Süden hin, von wo die Fronten kommen, weit geöffnet. Also verliessen wir, stark beeindruckt vom gesehenen, zwei Stunden später als geplant, dieses Refugium. Wir entschieden uns wohl wissend, dass wir damit noch weitere Leckerbissen, die wir schnorchelnder Weise hätten erleben können, verpasst haben werden.
 

Angewöhnung
Abrolhos
Flugkünstler
Auf der Vogelinsel
Ohne Scheu
zum Anfassen
von der Mutter beschützt
Malermeister
Sicht auf die Hauptinsel
Logensitz
Draufstehen gilt nicht
Budlup vor Anker
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