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 SY "BUDLUP"

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 Reise von der Reise:
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Reise von der Reise
Der Flug in die Schweiz und dann auch wieder zurück ist weit und dauerte jeweils, mit allen Wartezeiten ca. 24 Std. Am 19. Sept. kehrten wir wieder nach Brasilien zurück. Wir konnten es kaum erwarten unserer BUDLUP wieder zu sehen. Liegt sie noch an derselben Stelle und wie werden wir sie vorfinden? Kommen wir mit all dem Gepäck, immerhin 80kg, ohne Probleme durch alle Kontrollen?
Zuerst ging es problemlos nach Paris, aber dort wurden wir, unglaublicher weise um unser Schweizer Militärsackmesser erleichtert, welches sich zufällig ins Handgepäck verirrt hatte. “Die spinnen doch die Franzosen, damit kann man doch nichts anstellen oder? Da hat es ja nicht einmal einen Zapfenzieher dran!“ So hab ich mich darüber aufgeregt und Monika meinte dazu ganz kühl: “Wenn man damit nichts anfangen kann, dann brauchst du es ja auch nicht mehr.“
In Sao Paulo angekommen, mussten wir als einzige mit unserem vielen Gepäck vor der roten Lampe anstehen. Was kommt nun? Werden wir alles auspacken müssen, was so perfekt in den Koffern verstaut war? Wir hatten Glück, zwar wurde alles durchleuchtet, aber wir konnten ohne weiteres passieren. Die immer gleiche Frage stösst sauer auf: Warum muss man auch immer soviel mitschleppen, wenn es doch immer so ein Stress ist? Der anschliessende Transfer zum Nationalen Flughafen dauerte mit dem Bus 1 1/2 Std. Ein Gequengel durch den morgendlichen Stossverkehr quer durch diese, nicht gerade schöne Millionen Stadt und von dort ein weiterer 1 1/2 Std. Hopper nach Porto Seguro. Noch nicht ganz angekommen, überlegten wir nicht lange und winkten einem Taxi, wir mögen so kurz vor dem Ziel nicht mehr schleppen und mit dem Bus fahren müssen. Jetzt waren wir die letzte halbe Stunde unterwegs, bis zum Fluss, zu unserer BUDLUP. Schon von weitem sahen wir sie, an derselben Stelle, die Abdeckung noch perfekt befestigt und schlussendlich, sie ist unversehrt! Endlich, wir sind angekommen und alles ist gut, Erleichterung erhebt sich über die bleierne Müdigkeit.

Sich Gutes tun
Es ist wirklich schön hier in Santo André, tropisch warm, ruhig und gemütlich. Wir kennen schon viele Leute hier, vorwiegend niedergelassene Europäer, denn mit dem Portugiesisch hapert es nach wie vor. Aber die Einheimischen sind sehr aufmerksam, sie wissen genau wer wir sind, woher wir kommen und dass wir auf dem Fluss wohnen. Sie sind sehr freundlich zu uns, grüssen uns immer und schenken ein Lächeln, wann und wo immer sie uns begegnen. Zum Einkaufen fahren wir mit dem Dingi eine Meile Flussabwärts in das gegenüberliegende Santa Cruz de Cabralia, welches unmittelbar am Atlantik liegt. Ein grösserer Ort mit einem gut assortierten Supermarkt. Hier gibt es auch eine Apotheke, eine Eisenwarenhandlung und alles, was man so zum Leben braucht. Den Fisch kaufen wir direkt am Flussufer, wo die Fischer ihren Fang anlanden und wo sie ihn extra für uns ausnehmen und filetieren. Abends, nach Sonnenuntergang ziehen lauthals Papageienschwärme über unser Boot zum andern Flussufer in ihr Nachtlager. Sie fliegen immer paarweise und so wie es tönt haben sie sich viel zu erzählen. Die Abende hier am Fluss sind unvergesslich, oft sitzen wir noch lange nach Sonnenuntergang in stock dunkler Nacht oder im schwach lodernden Licht einer Petroleumlampe im Cockpit und lassen die Stimmung über unsere Seelen träufeln. Immer wieder sind wir abends auch drüben bei Jürgen dem TO-Mann zum Kartenspielen und klönen eingeladen. Bei Jürgen ist es immer spannend, er hat ein breites, fundiertes Wissen über die Küste und das Wetter Brasiliens und von seinen interessanten Erfahrungen als Segler können wir nur lernen. Ab und zu geniessen wir nach getaner Arbeit auch einen Abendspaziergang in den Mangroven, dem Fluss entlang hinunter nach Santo André wo wir uns bei Ueli Schweizer zu einem Schwatz oder in einem Restaurant zu einem Drink niederlassen. Diese Spaziergänge sind bei Mondlicht ganz besonderes mystisch, geprägt vom Schatten- und Lichtspiel der verknorpelten Mangroven auf ihren Stelzenwurzeln über dem spiegelnden und Wellen schlagenden Fluss untermalt von lauten Knacks der urbewohnenden Krabben. Es ist wirklich ganz besonders schön in Santo André.

Auch alles Gute hat ein Ende
Nicht zu lange, aber schon lange sind wir in diesem Paradies. Obwohl, seit unserer Rückkehr bereiteten wir uns zielbewusst auf die Weiterreise vor. Nie war da ein Gedanke, dass hier unsere Reise zu Ende wäre, aber es hat uns auch nicht unter den Nägeln gebrannt um schnellstens von hier weg zu kommen!
Einer der letzten Jobs war das Einholen der Verankerung. Wofür ich über eine Woche brauchte um sie zu installieren, genügten mir und einem Helfer ein Tag. Schwere Arbeit, die beiden Lastwagenbatterien, die die Landleine am Flussboden halten mussten zu bergen, die Leine und die Ketten zu zerlegen, zu reinigen und zu stauen!
Zwei Tage vor Vollmond brachte uns unser Lotse Carlos an Santa Cruz de Cabralia und den Untiefen der Sandbänke vorbei hinters Riff vor Santo André. Habe ich da, vorhin beim passieren von Cabralia Leute stehen sehen die uns zum Abschied gewunken haben? Ein Abschiedskomitee oder so? Wir haben uns zwei Tage vor Abreise hinters Riff gelegt um uns wieder an den Schwell und die Bewegungen des Bootes zu gewöhnen, denn vor fast sechs Monaten sind wir in die Ruhe des Flusses eingekehrt und jetzt müssen sie uns ziehen lassen, das Meer soll uns wieder haben.
 

 unversehtres Wiedersehen
 Santa Cruz de Cabraglia
Santa Cruz de Cabraglia
 Jochen, Hanna, André
 in den Mangroven
 Sonntage am Strand
 Sonntage am Strand
 Sonntage am Strand
 Sonntage am Strand
 Ausfahrt aus dem Fluss
 Ausfahrt aus dem Fluss
 das Doppelriff
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