Compass

 SY "BUDLUP"

                                     HBY3891 - MMSI 269432000


 Himmel und Wasser:
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Himmel und Wasser

Samstag 120sm
Wir haben die Nacht ohne Zusammenstoss überstanden. Den Wachrhythmus konnten wir nicht einhalten, da wir jeweils nach 1Std wieder erwachten. Gegen den Morgen ging es besser und Hans schlief bis 09.00. Zum Frühstück wünschte er sich Spiegelei mit Schinken, was ich gut hinkriegte, obwohl die unruhige See es einem nicht leicht machte! Unsere Körper mussten sich zuerst wieder an die Schiffsbewegungen gewöhnen. Doch es war trotzdem möglich zu kochen.
Z’Mittag: gemischter Salat, restl. Corned Chicken und Brot.
Z’Nacht: Risotto mit Steinpilzen, Entrecôte, Vanillecrème!

Sonntag 124sm
Wir konnten etwas besser schlafen als die vorherige Nacht. Hans hat soeben auch das Problem mit der GPS Position auf der Seekarte im Computer gelöst.

Montag 135sm
Es hat wieder einmal Wasser in der Bilge, wo kann dieses herkommen? Hans hat alles überprüft und bemerkt dabei, dass die Stopfbüchse tropft. So ist der Schaden schnell behoben. Nachts kreuzt ein Frachter unseren Kurs.

Dienstag 129sm
Wenig Wind, wir versuchen es mit Butterfly Segelstellung. Es geht einigermassen. Sollen wir das Parasail (Spinnaker) hochziehen? Wir beide sind etwas müde und verschieben dies auf den nächsten Tag. Stattdessen nehmen wir den Wassermacher in Betrieb. Die beiden Tänke werden innerhalb 90Min. wieder gefüllt. Nachdem wir abwechslungsweise ein Nickerchen gemacht haben, ist Hans wieder voller Tatendrang. Die Angelleine muss raus, mit einem rot leuchtenden Köder. Ob da einer anbeissen wird?!
Mittwoch 124sm
Ja, wo ist denn nun der Köder! Da muss ein grosser Fisch dran gewesen sein. Da Hans nur noch kleine Köder besitzt, bastelt er einen aus einer alten Leine.
Der Wind hat zugenommen, so vergessen wir den Spinnaker. Da der Seegang sehr grob ist, gibt es heute Chilli con Carne aus der Büchse mit Salzkartoffeln, was uns sehr gut schmeckte. Alle Segel sind draussen, wir machen eine schnelle Fahrt. Kurz vor dem Eindunkeln wird es uns etwas mulmig, zuerst reffen wir und kurz danach holen wir Genua und Besan ganz ein. Das reicht für die Nacht!

Donnerstag 136sm
Genügend Wind, dafür auch ordentliche Wellen, welche das Boot immer wieder vom Kurs wegbringen. Es wirft uns dabei hin und her und es ist eine Kunst, sich dabei aufrecht zu halten. Heute Abend können wir unsere blauen Flecken zählen!

Freitag 110sm
Jetzt reicht es mit dieser Schaukelei. Mit dem Parasailor geht es sicher besser. Hans hat alles vorbereitet. So ist das Spi schnell hinaufgezogen. Schwieriger ist die optimale Stellung. Gegen den Abend ist Hans auch dies gelungen, doch noch während dem Essen tauchen lauter schwarze Wolken auf, welche Böses erahnen lassen. Also runter mit dem Spi. Wir wollen keine Nachtübung! Bis alles eingeholt war und die anderen Segel gesetzt waren, wurde es doch noch eine halbe Nachtübung.

Samstag 122sm
Meine Wache beginnt um 06.00. Die Budlup macht gute Fahrt. Doch plötzlich kommt sehr starker Wind auf und sie macht Sausefahrt aber in die falsche Richtung. Hans kommt zu Hilfe. Nach dem Reffen des Grosssegels hat sie wieder den alten Kurs. Wo ist aber der Wind geblieben? Da hilft nur noch der Motor.

Sonntag 132sm
Wir können wieder etwas segeln. Herrlich! So überqueren wir in aller Stille den Äquator. Doch kurz darauf ist der Motor wieder gefragt. Kein Wind, keine Wellen, viele Wolken und das Motorengetöse. Wir wollen weiter und nicht hier dahin dümpeln. Dann am Abend zum ersten Mal richtig Regen, welcher nun den Rest des Afrikasandes wegspült.

Montag 118sm
Um 04.00 in der Früh meldet sich der Wind zurück. Es geht jetzt rassig voran auf einem „am Wind“ Kurs. Nicht sehr angenehm, mühsam um sich zu bewegen, geschweige denn zu kochen.

Dienstag 130sm
Noch immer dasselbe wie gestern. Dieser Kurs sagt mir nicht so zu. Da muss ich wieder Tabletten schlucken! Ich gehe entweder liegen oder sitze im Cockpit. Alles andere erledigt Hans.

Mittwoch 138sm
Die Fahrt ist rassig, aber geniessen können wir sie nicht. Wir schlucken beide Vitamintabletten, was sehr gut gegen die Seekrankheit ist und siehe es hilft. Ich kann wieder an den Herd stehen und etwas Gutes kochen.

Donnerstag 132sm
Es geht weiter auf diesem Kurs. Der Wind hätte schon längst von hinten blasen müssen, doch es bleib weiterhin beim Südwind. Wir sind etwas müde, vor allem Hans, da er nie 3Std an einem Stück schläft. Da, ein Schiff vor unserem Bug, seit 9 Tagen das erste Schiff!

Freitag 133sm
Heute fühle ich mich gut. Die Wellen sind sanfter. Also werde ich ein Brot backen. Hans bastelt wieder einaml einen neuen Köder, diesmal mit einem kleineren Haken, sodass auch kleinere Fisch anbeissen können. Zum Z’Nacht wird es Makaroni mit geröstetem Paniermehl und Apfelmus geben. Da ein Schrei. Es zappelt etwas am Haken. Hans holt die 50m lange Leine ein und siehe da: Ein Thunfisch! Also Menuänderung. Der erste Fisch seit 14 Tagen. Köstlich!

Samstag 127sm
Wir sind noch 3 Tage von unserem Ziel entfernt. Der Wind lässt nach. Wird es doch noch etwas länger dauern? Wir geniessen die ruhige Fahrt mit 3,5kn. Zum z’Mittag Thunfisch, was denn sonst! Er ist immer noch köstlich. Anschliessend Brasilianisch Studium, wir schaffen es nicht, jeden Tag eine Lektion zu meistern. Während der Nacht hat die Windsteueranlage etwas Mühe, sie kann den Kurs nicht halten, so kommt für einmal der mechanische Autopilot zum Zuge.

Sonntag 96sm
Es ist nichts zu machen. Der Motor muss weiterhelfen. So kurz vor dem Ziel haben wir keine Lust herum zu dümpeln. Zum Glück meldet sich der Wind am Abend wieder, sodass es eine ruhige Nacht ohne Motorenlärm gibt.

Montag 122sm
Ruppiger Seegang, zudem bin ich noch müde. So lege ich mich eben nochmals aufs Kissen. Nachmittags geht es schon besser und als Hans die Butterfly Segelstellung gesetzt hat, läuft die Budlup viel ruhiger. Beim Eindunkeln kommt starker Wind auf, wir fliegen nur so dahin mit gerefftem Gross und dies mit 6kn.

Dienstag 7sm
Meine Wache. Der Wind wechselt. Von hinten naht ein Gewitter. Ich kann den Kurs nicht mehr halten und muss Hans wecken. Er refft die Segel, das Gewitter kommt uns nicht näher doch es beginnt zu regnen. Hans hält nun Wache, um ca. 04.00 lässt er den Motor an, da der Wind noch ganz eingeschlafen ist. Nach kurzer Zeit ertönt ein Pfeifton: Oeldruck! Er hat das Oel doch kontrolliert! Motorraum öffnen….was ist passiert….alles voll Oel…alles schwarz. Den Motor können wir vergessen. Jetzt heisst es segeln. Die Lichter der Stadt Salvador können wir schon lange sehen, es ist nicht mehr allzu weit. Wir reden dem Wind gut zu und kommen vorwärts, manchmal nur mit 2kn, aber immerhin in die richtige Richtung. Am frühen Nachmittag Ankunft in Salvador, Brasilien. Die letzten Meter schleppt uns ein Fischer in den Hafen unterhalb des Wahrzeichens von Salvador, dem Lift, welcher hinauf in die Altstadt Pellourinho führt. Wir geben ihm einwenig Geld dafür, wir wollen endlich Anker schmeissen und schlafen. 7sm in 24Std, das ist weniger wie Zeitlupe!! Alles zusammen haben wir bei der Atlantiküberquerung 2259sm zurückgelegt und dafür 18Tage gebraucht.

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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